
Heute, Dienstag, mittags wird die zweite Hauptrunde des ÖFB-Cups ausgelost.
Der österreichische Fußballcup, seit jeher im Schatten der Meisterschaft, hat nach einem Jahr Pause - im Hinblick auf die Euro wurde im Vorjahr nur ein “Amateur-Cup” ohne die Bundesligavereine ausgetragen - einen neuen Anlauf genommen. Heuer stiegen die Profivereine schon im Sommer in den Cupbewerb ein und bescherten den “Kleinen” in der ersten Hauptrunde durchwegs interessante Partien, auch wenn sich mit Ausnahme von Wacker Innsbruck und Gratkorn (2. Liga) die jeweils höherklassigen Klubs in ihren Duellen durchsetzten (alle Ergebnisse: hier!).
Insgesamt nehmen 90 Klubs am Pokal 08/09 teil. Bis zur vierten Hauptrunde haben die Amateurvereine, sofern sie gegen einen Bundesligaklub (erste und zweite Liga) gezogen werden, Heimrecht. In der ersten und zweiten Hauptrunde werden die Bundesligaklubs gesetzt, danach gibt’s keine Vorteile mehr für sie. Der SV Horn, der Gewinner des Amateur-Cups 2007/08 steigt erst in der 3. Hauptrunde in den Bewerb ein (siehe Durchführungsbestimmungen).
In den letzten fünf Cup-Saisonen stand jeweils die Wiener Austria, traditionell als Cup-Spezialist bekannt, im Finale. Viermal in 5 Jahren gingen die Violetten auch als Pokalsieger vom Platz, insgesamt hat der “FAK” (FK Austria) 26mal den ÖFB-Cup geholt, Rekordmeister Rapid ist mit 14 Erfolgen zweitbester Cupteilnehmer (alle Endspiele seit 1919 siehe hier !).
August 19, 2008

Nun gibt es nicht nur bei meinen “Hammers” in London die berühmte Academy of Football, auch der SK Rapid Wien kann sich ab sofort so nennen.
Das einzige, was Rapid mit seiner traditionell guten Nachwuchsarbeit bisher zum Status einer Akademie fehlte, war die entsprechende Infrastruktur. Nun hat der SK Rapid mit der Möglichkeit, auch das Sportzentrum in der Südstadt (NÖ) zu nutzen, Akademiestatus erlangt. Das meldete die Website skrapid.at. Akademieleiter ist Rainer Setik.
Bereits im Februar wurde ein entsprechender Antrag beim ÖFB gestellt. Der Antrag wurde angenommen und die Hütteldorfer haben nun Akademiestatus. „Werner Kuhn und Alfred Hörtnagl haben das in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsführer der Bundessport- und Freizeitzentren, Michael Sulzbacher, und dem Standortleiter der Südstadt, Harald Kraus, ermöglicht“, sagt Rainer Setik.
Sportdirektor Alfred Hörtnagl: „Wir wollen gewährleisten, dass wir künftig noch effizienter arbeiten und uns so ständig weiterentwickeln können. In weiterer Folge wollen wir auch sichern, dass unser Scouting verbessert wird und gute Spieler in diesen Prozess eingegliedert werden.“
Die Nachwuchsmannschaften U15, U17 und U19 trainieren ab sofort auf den teilweise neuen Anlagen im Süden Wiens. Die Jahrgänge darunter bleiben nach wie vor im Hanappi-Stadion.
In Zukunft ist Peter Grechtshammer Nachwuchsleiter von U7 bis U14. Ebenso ist er für das „Junior Project Team“, wo Spieler der U12 bis U14 gezielt gefördert werden, eine Art Vorstufe von „Pro Rapid“ also, zuständig.
Kurt Deringer übernimmt die Rolle des administrativen Leiters und Eduard Wiebogen kümmert sich um die Koordination der Turniere. „Aufgrund des Akademiestatus bin ich mir sicher, dass für alle Nachwuchsteams ein qualitativ hochwertigeres Training zu Stande kommt, da sich die Infrastruktur nun wesentlich verbessert hat. Außerdem stehen uns in Zukunft endlich mehr Plätze zum Trainieren zur Verfügung“, meint Kurt Deringer.
July 16, 2008

Mirko Slomka
Den “netten Herrn Slomka” haben ihn die Medien genannt. Das klang ein bisschen abschätzig, man wusste offenbar nicht so recht, was man von ihm halten sollte. Keiner von den ganz großen Namen, die man sich gewünscht hätte, aber immerhin: Vizemeister mit Schalke 04 und Champions League-Viertelfinale. Eine ausländische Lösung hätte mir gefallen, bei Andi Herzog, den ich als Ex-Rapidler und Rekordinternationalen, durchaus mag, habe ich immer das Gefühl, er sei wirklich allzu sehr “der nette Andi” (das liebe “Herzilein”).
Ob Slomka, von dem es heute heißt, er habe dem Fußballbund absagen müssen, der Richtige gewesen wäre, weiß ich nicht. Aber “Herzilein” wird nun, sollte er aus Zeitmangel, zu wenig Phantasie und mangelnder “Kohle” beim ÖFB doch Teamchef werden, immer den Geruch haben, die “2. Wahl” gewesen zu sein.
Grund für Slomkas Absage: Schalke soll ihm keine Freigabe geben, denn dort steht der seit April beurlaubte ehemalige Mathe-Lehrer noch bis Juni 2009 unter Vertrag (Jahresgage über 1 Mio Euro).
Da müsste der ÖFB halt - wie damals bei Hicke, der bei Rapid nicht nur einen Vertrag hatte, sondern die Mannschaft auch noch in der Champions League trainierte - ein bisserl Geld in die Hand nehmen, um mit Schalke und Slomka eine finanzielle Lösung zu finden. Auf die Frage “Und der ÖFB war nicht bereit, eine Ablöse zu bezahlen?” antwortete Slomka im Interview: “Das stand nie zur Diskussion.” Und das Gehalt, das der ÖFB bietet, ist wohl deutlich unter dem, was Herr Slomka für’s Spazierengehen “auf Schalke” kriegt.
Ja, schön langsam wird’s peinlich: Dass Hicke nach der Euro gehen würde, war doch voraussehbar! Gab’s gar keinen “Plan B”?
Das österreichische Team hat sich bei der Euro nicht blamiert - blamiert sich nun der ÖFB bei der Teamchefsuche?
July 16, 2008

“Fußball ist nicht schwierig. Man muss nur den Ball kontrollieren und zur selben Farbe spielen. Das ist bei jedem System dasselbe”, sagte Red Bull Salzburgs neuer Trainer Co Adriaanse.
Naja, dachte ich, das klingt witzig, das gefällt mir - das ständige Analysieren der verschiedenen Taktiken anlässlich der Euro war interessant, aber auch ein bisschen anstrengend (trotzdem danke, Herr Blumenau!).
Und dann macht der Klub, dessen neuer holländischer Coach auch gesagt hat, der Offensivfußball “ist mein Stil; der große Vorteil daran ist, dass Spieler und Zuschauer mehr Spaß haben”, beim ersten Ligaspiel dem SV Mattersburg sechs Tore rein! Ziemlich ordentlich “zur selben Farbe gespielt”.
Und das mit vier Österreichern in der Mannschaft, wobei Janko drei Tore schießt! Und der in der Saisonvorschau als “ewiges Talent” apostrophierte Ernst Öbster von den “Young Bulls” kriegt eine Bewertung mit “sehr gut” im Kurier.
Na jetzt bin ich gespannt auf Samstag: da spielt Rapid, das mit einer Niederlage gegen Sturm Graz in die Bundesliga gestartet ist, gegen die “Dosen”. Und bei den Hütteldorfern sah’s im ersten Spiel noch so aus, als sei Fußball eher doch schwierig…
July 10, 2008
Beitrag für die soeben erschienene aktuelle Ausgabe des österreichischen Fußball-Magazins “Null Acht” (geringfügig aktualisiert)
West Ham hat in England den Ruf, so etwas wie „everybody’s second team“ zu sein. Man schätzt den Traditionsklub für den kreativen Angriffsfußball und das gekonnte Kombinationsspiel, das am Upton Park stets gezeigt wurde. Vielleicht waren die „Hammers“ bei den gegnerischen Anhängern aber auch deshalb beliebt, weil das Team mit seinem Spielstil oft auf das Absichern des Ergebnisses verzichtete und damit dem Gegner noch den Ausgleich oder gar Siegestreffer ermöglichte.
In den beiden letzten Spielzeiten steht man dem Klub aus dem East End jedoch kritischer gegenüber: Nach den Problemen um die Spielberechtigung des Argentiniers Carlos Tévez in der Saison 2006/07 wird heuer kritisiert, dass das Team von Manager Alan Curbishley einen auf Sicherheit bedachten Konterfußball spielt, der sich meist in knappen Ergebnissen niederschlägt. An bemerkenswerten Resultaten sind neben Heimsiegen gegen Manchester United (2:1) und Liverpool (1:0) 2007/08 tatsächlich nur zwei deutliche Auswärtssiege gegen Reading (3:0) und Derby County (5:0) zu nennen.
Unter den Anhängern der „Hammers“ wird denn auch heftig darüber diskutiert, ob Alan Curbishley, unter dessen Führung sich die Mannschaft im Vorjahr vor dem Abstieg rettete, den alten “West Ham Way” bewusst verlassen hat oder ob nur die zahlreichen Verletzungen am derzeitigen Mangel an kreativer Spielweise schuld sind.
Zuletzt kam zu den Langzeitverletzten wie Craig Bellamy und Kieron Dyer auch wieder Freddie Ljungberg dazu, der im Sommer von Arsenal zu den „Hammers“ gewechselt war. Er ist aber zuversichtlich, bis zur Euro wieder fit zu werden und das schwedische Nationalteam in Innsbruck und Salzburg aufs Feld führen zu können.
Auch bei West Ham hoffte man auf eine Erholung vom Saisonende-Blues. Mehrere junge Eigenbauspieler drängen in die erste Mannschaft, allen voran der 18-jährige Stürmer Freddie Sears, der bei seinem ersten Einsatz gleich den entscheidenden Treffer zum 2:1 gegen Blackburn erzielte. Und in der Tabelle lag man immer noch auf Rang 10, sodass das Minimal-Saisonziel „top ten finish“ erreichbar erschien.
Mit einem Abschneiden vor dem derzeit elftplazierten Londoner Rivalen Tottenham wollten sich die „Hammers“ als drittbestes Team in der Hauptstadt etablieren. Mit einem 2:2 gegen Aston Villa im letzten Saisonspiel am Upton Park wurde dieses Ziel erreicht. So konnten die Hammers mit “last minute”-Ausgleichsschützen Dean Ashton doch noch zufrieden ihre Ehrenrunde zum Saisonabschluss auf dem Rasen des Boleyn Ground laufen. Ein versöhnlicher Abschluss einer durchwachsenen Saison!
Zur aktuellen Ausgabe von “Null Acht” siehe hier!
May 16, 2008
In a hard-hitting review of the Bolton game in The Echo, Rob Pritchard accuses Alan Curbishley’s defensive approach of ruining a century of slick, passing, attack-minded football at West Ham. Pritchard claims West Ham under Curbishley are actually attempting a poor imitation of Bolton and that it flies against the traditions of the club built by such managers as Greenwood. Lyall and Redknapp.
Many West Ham fans accepted the dire football the team have played this season because the team were at least picking up points. Since Christmas, however, the fans have had to watch the team playing poor football and getting thrashed by good sides and beaten by poor ones.
Alan Curbishley has pointed to the injuries to West Ham’s flair players but it is actually hard to determine who he is talking about. Etherington’s pace is admittedly a lot more exciting than Boa Morte’s day-dreaming on the left wing. Bellamy also seems to show more passion and desire to win than most of the players on show on Saturday and hopefully, if Dyer ever recovers, he will also demonstrate some pace down the right.
However in the summer Curbishley sold the two players at the club who could consistently unlock defences, Tevez and Benayoun. Obviously once both players publically declared their desire to leave there was little Curbishley could do to stop them. However it has become apparent that they have not been adequately replaced.
Let’s hope the Icelandic economy recovers enough by the start of next season to allow the owners to make available a sizeable transfer kitty. West Ham are in desperate need of a couple of flair players.
West Ham fans have never called for success but have always expected attractive football.
(From: Hammered Blog)
April 15, 2008
West Ham v Chelsea 0-4
Liverpool v West Ham 4-0
Tottenham v West Ham 4-0
Last season’s 29th game was against Spurs, too - West Ham lost 3:4 and started “the Greatest Escape” afterwards. The Hammers had only 20 pts. at the same time last year and stood on the last spot in the league table. Now they’ve got 40 pts and are 10th, hence this season has been twice as successful so far. Don’t forget the team had a great run with Curbs in charge last year. This season they beat ManU and Liverpool - and they won enough games to bring us in a position above Tottenham (so far) and miles away from the relegation mire.
But after these three defeats (0-12 !!!) everything will go south unless Curbs is able to motivate his squad and restore the confidence in the team. Though 6th place still is not too far away and could mean qualification for Europe (if England gets an extra ticket for the UEFA cup due to the “UEFA fair play table”) nobody should speak about Champions League and Europe anymore: this is ridiculous. What we need now is rebuilding West Ham’s pride and confidence whatever the final league position is. If Curbs is not able to change fortune now in order to add a good end to a “solid season” he has to be replaced. The next games will show.
March 10, 2008