PP: Der Schleifer mit dem “guten Schmäh”

Max von “ABENTEUER FUSSBALL” brachte am 4. Mai dieses Interview mit dem RAPIDHAMMER. Fast zur gleichen Zeit wurde Peter Pacult offiziell als neuer Cheftrainer von Rasenballsport Leipzig präsentiert. Hier das Interview von “ABENTEUER FUSSBALL”, zugleich ein “Farewell” an Peter Pacult

Peter Pacult

Peter Pacult

Spätestens seit dem Debakel der Leipziger Bullen gegen Holstein Kiel Mitte Februar war auch dem letzten Optimisten in der Messestadt klar, dass es auf der Trainerposition eine Veränderung geben müsse. Trotz großzügiger Mittel war es Trainer Tomas Oral nicht gelungen, in der Mannschaft ein Feuer zu entfachen, der Aufstieg in die 3. Liga wurde verpasst. Damit geriet das Projekt RB bereits im zweiten Jahr mächtig ins Stocken. Doch wer sollte diese schwierige Aufgabe übernehmen, bei der man als Coach die Pflicht (Aufstieg) erfüllen muss und ansonsten eigentlich nur verlieren kann?

Im April kam dann Bewegung in die Sache: Zunächst wurde bekannt, dass Peter Pacult – früher bei 1860 München und Dynamo Dresden der Übungsleiter – in Gesprächen mit Red Bull über ein Engagement in Leipzig ist. Dies wurde von Pacults ehemaligem Arbeitgeber Rapid Wien jedoch schnell dementiert, doch nur zwei Tage nach der Meldung war Pacult dann plötzlich entlassen. Vertrauensbruch war der Vorwurf. Vergangene Woche dann verkündete zunächst Tomas Oral seinen definitiven Rücktritt zum Saisonende, letztes Wochenende meldeten diverse Medien, Pacult sei fix in Leipzig und plane schon für die neue Saison. Alleine die offizielle Bestätigung von Seiten des Vereins stand bis Mittwoch Nachmittag noch aus.

Seit Anfang April wurde also schon über Peter Pacult diskutiert. Die Frage wurde gestellt, ob er geeignet sei für die Rasenballer. Wie das klappen soll, mit dem “Grantler” Pacult beim Familienverein RB Leipzig. Als Außenstehender lassen sich diese Punkte nur schwer beantworten. Deshalb habe ich mir Hilfe geholt von Wolfgang, im Netz bekannt durch seinen Blog Rapidhammer. Er ist seit langen Jahren Fan des SK Rapid Wien, hat die Ära Pacult hautnah miterlebt und hat mir dazu einige Fragen beantwortet – mit interessanten, neuen Einblicken darauf, wie die Trennung in Wien abgelaufen ist. Außerdem kennt Wolfgang auch die andere, freundliche Seite des Peter Pacult und berichtet über dessen Trainingsmethoden.

Abenteuer Fussball: Am 9. April brachte die LVZ exklusiv die Meldung, dass Peter Pacult zur neuen Saison in Leipzig das Traineramt bei den Rasenballsportlern übernehmen wird. Schnell folgte ein Dementi aus Wien, wenige Tage, fast nur Stunden später war Pacult doch entlassen. Wie hast du diese ereignisreichen Tage erlebt? Hast du die Meldung für ein wildes Gerücht gehalten oder sie von Anfang an ernst genommen?

Wolfgang: Pacults Position war seit Monaten umstritten. Rapid kam in der Tabelle nicht so recht vom Fleck, Pacult traf nicht nachvollziehbare Personalentscheidungen, immer wieder hörte man vom schlechten Klima zwischen Mannschaft und Trainer. Das Verhältnis zum harten Kern der Anhänger, dem „Block West“, war schlecht wie schon lange nicht. Und nach dem Rücktritt von Sportdirektor Hörtnagl wollte Pacult keinen neuen Sportdirektor neben sich akzeptieren und ließ keine Gelegenheit aus, die „Unsinnigkeit“ eines für die erste Mannschaft zuständigen Managers aufzuzeigen. Und dann kam noch das Abendessen beim „Pfarrwirt“ in Döbling, das die Gerüchte über einen Wechsel zu RB überkochen ließ. Ich habe daher so wie die meisten Rapid-Anhänger nicht mehr geglaubt, dass Pacult seinen Vertrag bis 2012 erfüllen wird. Aber dass es so schnell mit Pacults Entlassung gehen würde, hat mich doch überrascht. Zuerst gab es am Sonntag, dem 10.4., die Pressemeldung, dass Pacult bestätigt habe, dass nichts an den RB-Gerüchten dran sei … und Montag Früh dann plötzlich die Entlassung wegen „Vertrauensverlust“! Auch wenn das Dementi am Sonntag niemand mehr so richtig geglaubt hat, die Entlassung nur einen Tag später war schon krass!

Abenteuer Fussball: War der ausschlaggebende Grund für Pacults Entlassung nur die verschwiegene Weinverkostung mit Didi Mateschitz, oder hat Rapid die Chance genutzt, sich einem Problem zu entledigen?

Wolfgang: Die Weinverkostung war sehr unschön, schließlich ist „Red Bull“ das erklärte Feindbild jedes aufrechten Rapid-Fans einschließlich Klub-Präsident Edlinger. Aber es war nur die Spitze des Eisbergs, in Wahrheit war das Verhältnis Präsidium – Trainer schon seit einiger Zeit nicht mehr das beste. Und ich halte die Sache mit der Pressemeldung vom Sonntag für eine taktische Meisterleistung von Rapid: durch die klare Absage an Red Bull, die man Pacult in den Mund gelegt hatte, tappte der Trainer, dem Ehrlichkeit sehr wichtig ist, in die Falle und war genötigt, dem Klub gegenüber zu sagen, dass man das „so nicht schreiben kann“. Damit musste PP sein Versteckspiel aufgeben und als er am nächsten Tag auch nicht zum Training erschien – ob entschuldigt oder unentschuldigt, wird von beiden Seiten unterschiedlich dargestellt – konnte Rapid mit gutem Grund von „Vertrauensverlust“ sprechen und die Entlassung verkünden.

Abenteuer Fussball: Pacult war knapp fünf Jahre Rapid-Coach. Wie beurteilst du diese Zeit aus sportlicher Sicht?

Wolfgang: Aus sportlicher Sicht hatte Rapid eine sehr erfolgreiche Zeit unter Pacult. Der 32. Meistertitel und die zweimalige Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League, wobei jedes Mal mit Aston Villa ein Klub aus der englischen Liga ausgeschaltet wurde, sowie ein 3:0 Heimsieg gegen den HSV sind Erfolge, die uns in den letzten Jahren sehr viel Freude bereitet haben. Zu meiner Aussage in einem Artikel für ein schottisches Fanzine, „Pacult is the most successful manager of Rapid since Otto Baric and Ernst Dokupil who both reached a European Cup Winner’s Final in 1985 and 1996 respectively”, stehe ich nach wie vor, auch wenn man sich abgesehen vom schon heute legendären 3:0 gegen den damals ungeschlagenen deutschen Tabellenführer HSV in Wien in den EL-Gruppenspielen nicht gerade mit Ruhm bekleckern konnte. Pacult hat Rapid mit dem Erreichen der EL-Gruppenphase, in der Rapid jeweils die meisten Zuschauer aller beteiligten Klubs hatte, und dem Einbau junger unbekannter Spieler in die erste Mannschaft, die dann um hohe Transfersummen nach England, Schottland und Italien wechselten, viel Geld verdient. Heute steht der Klub nach vielen Jahren wieder schuldenfrei da – dafür ist Pacult keinesfalls allein verantwortlich, aber ohne ihn hätte es diese Erfolge sicher nicht gegeben.

Abenteuer Fussball: Menschlich gilt Pacult als schwieriger Typ, bei youtube finden sich Videos von Wortgefechten mit Journalisten. Karsten Oswald, unter Pacult Spieler bei Dynamo Dresden, bezeichnete ihn als “menschliche Katastrophe”. Was gibt es aus Wien zu diesem Gesichtspunkt zu berichten?

Wolfgang: Pacult ist ein äußerst eigenwilliger, aber auch ehrlicher Mensch, der sich wenig darum kümmert, wie das wirkt, was er sagt oder tut. Er hat immer „sein Ding durchgezogen“ und sich wenig darum geschert, wie das wirkte und wie andere damit zurecht kamen. Auch Erklärungen waren seine Sache nicht, weder beim plötzlichen Austausch seines Assistenteams vor zwei Jahren noch beim Wechsel des Tormanns im letzten Sommer. Solange die Erfolge da waren, kein Problem! Auch dass die Spieler angeblich von einem Tag auf den anderen nicht wussten, wann am nächsten Tag das Training stattfand, und dass Pacult bei Interviews gerne die Journalisten rüffelte, waren eben Pacult’sche Eigenheiten, die man hinnahm und auch amüsant fand. Aber seit es sportlich nicht mehr ganz so rund lief, stellte man den immer einsamer wirkenden Coach durchaus in Frage.

Auf die Spieler bei Pacults neuem Klub wartet sicher strenge Disziplin und ein hartes Training – Pacults Konditionseinheiten vor Saisonbeginn (Stichwort „Lauftraining“) sind gefürchtet – sowie ein eher wortkarger, autoritäter „Chef“, kein Kumpel. Pacult hat unter der harten Schale aber einen sehr sympathischen Kern, einen guten „Schmäh“ und kann abseits der Fernsehkameras sehr nett sein. Nach dem Training oder bei Fanklubtreffen konnte man einen durchaus freundlichen, zum Scherzen aufgelegten echten Wiener treffen. Wer auch diesen Pacult kennt, bedauert seinen wohl für beide Seiten unrühmlichen Abgang von Rapid umso mehr!

Abenteuer Fussball: Ist der Trainer und Mensch Peter Pacult verträglich mit der Red Bull-Philosophie? Glaubst du, er würde beim RB-Projekt in Leipzig Erfolg haben?

Wolfgang: Pacult ordnet dem Erfolg alles unter, hat bewiesen, dass er junge Spieler erfolgreich in die Mannschaft einbauen kann, und kennt auch den deutschen Fußball aus seiner aktiven und seiner Trainerzeit sehr gut. Für den geplanten „Durchmarsch“ von RB Leipzig in die Bundesliga könnte er der richtige Mann sein. Ich glaube, dass er in Leipzig durchaus Erfolg haben wird. Sobald das Ziel erreicht ist, wird sich aber Red Bull wahrscheinlich einen Trainer mit höherem „Glamour-Faktor“ holen.

Abenteuer Fussball: In Leipzig wächst der Bullen-Verein nur langsam, muss hart um die Gunst der Zuschauer kämpfen. In Salzburg ist es nun schon sechs Jahre her, dass sich Red Bull bei der damaligen Austria eingekauft hat. Ist dort dahingehend eine positive Entwicklung zu verzeichnen oder herrscht eher Stagnation?

Wolfgang: Seit die Bullen heuer weder in der Europa League noch in der österreichischen Bundesliga besonders erfolgreich ist, hat man in Salzburg mit einem Zuschauerrückgang zu kämpfen. Die Red Bull-Fans sind für mich zum Großteil „Schönwetter-Fans“, die bei Misserfolgen schnell das Interesse verlieren. Das Ziel, sich für die Champions League zu qualifizieren, wurde noch nie erreicht und in dieser Saison war man auch in der Europa League sehr schwach. Die Salzburger Mannschaft ist ein „Durchhaus“, jeden Sommer wechselt man das Spielerpersonal aus und kauft großteils Ausländer ein, da ist keine Kontinuität erkennbar. Kein Wunder, dass man mit einem solchen nicht eingespielten Team noch nie in die CL kommen konnte. Also: Stagnation und sogar Rückschritt. Man hört allerdings, dass sich das nun ändern soll, vielleicht sogar der aktuelle „Interimstrainer“ dauerhaft installiert werden soll. Mal abwarten…

Abenteuer Fussball: Zum Abschluss noch ein Blick zurück zu Rapid: Wie geht es bei den Hütteldorfern nach Pacults Abschied weiter?

Wolfgang: „Interimstrainer“ Zoran Barisic hat Pacult bis jetzt gut ersetzt, wird aber wohl nicht zum neuen Cheftrainer bestellt werden, zumal ihm die notwendige UEFA-Lizenz noch fehlt. Ich wünsche mir den besonnenen, zuletzt in Österreich sehr erfolgreichen Ex-Rapidler Peter Schöttel oder auch Eli Guttmann von Hapoel Tel Aviv als neuen Trainer. Die Bestellung wird wohl noch ein paar Wochen auf sich warten lassen, aber dann sollte wieder Ruhe im Verein einkehren, damit man die Vorbereitung auf die nächste Saison rechtzeitig und ungestört in Angriff nehmen kann. Viel hängt natürlich davon ab, ob man sich für den Europacup qualifizieren kann (ein 3. Platz in der Bundesliga oder der Cupsieg sind dafür notwendig). Am Mittwoch muss Rapid im Cup-Semifinale auswärts gegen Ried antreten. Da MUSS ein Sieg her, das ist klar! Und nächste Saison gehen wir natürlich auf den 33. Meistertitel los!

Vielen Dank an Wolfgang für die ausführlichen Antworten und interessanten Einblicke. Ihr könnt ihn auch bei twitter folgen, unter dem Account @rapidhammer.

PS: In Ried hat der SK Rapid das Cup-Semifinale gegen SV Ried “natürlich” verloren (1:2 nach 1:0-Führung)! Jetzt könnte es sehr eng werden mit der Qualifikation für die Europa League!

May 5, 2011 at 5:40 am Leave a comment

A voice from Austria on BBC’s Wednesday Sports Show

Wednesday Sports Show 16/03/2011 with David Croft. “The best coverage of London sport anywhere around,” they say. And it was that evening that RapidHammer was given the opportunity to talk to fellow Hammers fan David Croft on BBC London Radio 94.9. And by the way: I have decided to apply for a membership in the new Hammers fans forum.

David Croft, BBC London

David Croft, BBC London

In the evening I had twittered that Mike Jones’ refereeing in Sunday’s FA Cup quarter final and Stoke’s second goal that should not have stood had been a disgrace. And I had added that Avram Grant’s FA charge because of his criticism of the ref was a disgrace as well. (Avram Grant had said that the referee, maybe having the desire to even things up after Stoke had complained bitterly about Hammers’ equalizer, ”gave everything for Stoke” in the second half.)

Some minutes later I saw a tweet on my timeline asking me to give BBC a call and speak to David Croft (pic: BBC) on his Sports Show.

No sooner said than done! Watching the Champions League game of Real Madrid v Lyon on TV became less interesting and I was caught by the thrill of waiting for BBC’s call-back. Listening to the radio show via internet, I learned about England’s next game of rugby against Ireland on Saturday and had almost given up hope that West Ham v Stoke was going to be discussed that evening. Credit to BBC for apologizing for the delay, and thanks to David for eventually giving me the call that gave me the chance to “talk West Ham” on BBC.

Talking West Ham

I explained my devotion for West Ham and my opinions on Higginbotham’s goal which would have done a rugby game honour and on the penalty which had not been given in West Ham’s favour. And I said that I was convinced that in this case Avram Grant’s emotional outburst after the tense game against Stoke should not be charged by the FA, as the West Ham manager usually is a very polite man, and often has refused to hold the ref responsible, regardless of West Ham’s deplorable position in the league.

Asked why I had become a West Ham fan I was able to explain that first of all I had been attracted by the colours of the club, adding that I was drawn to the Irons also by their traditionally attractive attacking style of play and their philosophy of nursing talent in their famous Academy of Football. Having said that, I learned that I was a very ordinary Hammers fan, as David told us that most of us say “Claret and blue” when they are asked why they have become devoted to the East Londoners.

Going to be a BBC correspondent?

Still our talk hadn’t come to an end, and I was able to drop the name of my West Ham weblog and mention the club I have always been supporting at home in Austria, Rapid Vienna. Last but not least David announced that he would phone me again and make me BBC’s correspondent in case of West Ham playing an Austrian club in Europe. Well, could be a long time coming until we know if David has kept his word! Anyway I’m looking forward to it – and, by the way, West Ham would be playing European football if the qualification was decided by the recent “form guide” of the last six Premier League matches. The “form guide” sees West Ham in fourth place right now!

Well, it was a nice chat with David Croft on his Wednesday Sports Show on BBC London. “Talking West Ham” with fellow West Ham supporters is great fun! And I hope my fellow supporters are pleased with having had an Austrian Hammers fan on the radio last night.

Making the “voice from abroad” heard

I think I’ve shown that devoted West Ham fans not only live in London, but are found all over the world, even in Austria! And to make this “voice from abroad” heard I have decided to apply for the new West Ham Supporters Advisory Board. If you want to support my application for taking part in this new fans forum send me an E-Mail to rapidhammer@aon.at.

I think the Board’s decision to set up a fans forum is a significant move in the right direction. I hope West Ham and its supporters will be able to make most of it. I want to take part, I will stay independent and I would try my best to help West Ham United move forward.

IRONS !!!!!

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March 17, 2011 at 2:21 pm Leave a comment

“Fußball und Intelligenz schließen einander nicht unbedingt aus”

Gesendet auf OKTO TV, Dezember 2010

January 10, 2011 at 6:46 pm Leave a comment

55 years ago: West Ham United 1-1 Rapid Wien

Durch den Fußball-Blog RAPIDHAMMER sind sie seit dreieinhalb Jahren im Internet vereint: der ursprünglich als 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club gegründete “Sportklub Rapid” aus Wien-Hütteldorf und die bei ihrer Gründung als Thames Ironworks firmierenden “Hammers” aus dem Londoner Eastend. Im wirklichen Fußball-Leben sind die beiden Kultklubs aber erst- und letztmals vor genau 55 Jahren auf dem selben Rasen gestanden.

Ein einziges Mal trafen die beiden “Arbeiterklubs” bisher aufeinander: vor 55 Jahren im Londoner Upton Park-Stadion von West Ham United. Am 15. November 1955 endete ein Freundschaftsspiel zwischen West Ham United und Rapid  mit einem auch für heutige Verhältnisse typischen Ergebnis: unentschieden.

Beim 1:1 , über das in dem heute vopr genau 55 Jahren erschienenen Zeitungsartikel aus der “Arbeiter-Zeitung” vom 17. November 1955 berichtet wird, erzielte Robert Dienst in der 10. Minute den Führungstreffer für Rapid. (Wie heute: West Ham liegt im eigenen Stadion meist schon bald nach dem Anpfiff hinten!)

Der Ausgleich fiel noch in der ersten Hälfte, durch wen , ist mir leider nicht bekannt. Die offenbar recht hart geführte Partie (“Mehr Kampf als Spiel” schrieb die AZ!) endete schließlich 1:1, wobei Rapid vor 20.000 Zuschauern mit folgender Mannschaft spielte:

Gartner; Halla, Golobic, Hanappi, Höltl, Dienst, Probst, Bertalan, Bilek, Riegler, R. Körner

Am Wochenende vor dem Freundschaftsspiel hatte Rapid übrigens gegen die Admira auswärts 5:3 gewonnen (Tore: Bertalan, Dienst 2, Riegler 2) und 14 Tage später demolierte man auf der heimischen “Pfarrwiese” Sturm Graz mit 7:1 (Tore: Bertalan, Dienst 4, A. Körner, Riegler). Aber während Rapid in diesen beiden Spielen nur 7000 bzw 3500 Zuschauer sehen wollten, spielte man in London vor 20.000! Die vom großen Gerhard Hanappi geführte Rapid wurde in der Saison 1955/56 mit 43 Punkten (26 Spiele) österreichischer Meister vor Wacker Wien und Vienna, die höchste Zuschauerzahl erreichte man mit 45.000 im Wiener Stadion gegen Wacker (3:3).

West Ham dagegen war 1955 ein Zweitdivisionär und sollte das noch bis zum Aufstieg 1958 bleiben. Vor und nach dem “friendly” gegen Rapid spielte man gegen den späteren Absteiger Hull City und verlor auswärts 1:3 (Tor: Ken Tucker). Am Wochenende danach gegen Nottingham Forest setzte es eine 1:2-Heimniederlage (Tor: Harry Hooper). 1955/56 wurde man in der Second Division schließlich Sechzehnter von 22 Klubs mit 39 Punkten aus 42 Spielen.

Credits: Den Zeitungsartikel aus der “AZ” verdanke ich Herrn Pichler vom Rapid-Archiv . (Zum Vergrößern des Zeitungsartikels auf das Bild klicken). Die Daten von West Ham United können durch Klicken auf die obigen Jahreszahlen abgerufen werden!

November 17, 2010 at 12:00 am Leave a comment

“Rapid kennt man überall in Europa”

Jan Vennegoor of Hesselink: “West Ham hat ‘Bubbles’, aber Rapid hat Andy Marek!”

“He appears to have a heart made out of the sun”, kommentierte Freund Sam von Football United dieses Foto von Jan Vennegoor of Hesselink und dem RAPIDHAMMER.

Nun es handelt sich zwar nur um das reflektierende Symbol des Sportartikelherstellers, dessen Dressen der SK Rapid trägt. Aber der frühere holländische Teamstürmer (19 Einberufungen), der seit September für den SK Rapid Wien spielt, hat wirklich ein sonniges, freundliches Gemüt und ist für mich ein echter Sympathieträger.
Der “Klub der Freunde des S.C. Rapid” lud Adte Nuhiu, Raimund Hedl, Thomas Hinum und eben Jan VoH zur Mitgliederversammlung und der Holländer stellte sich dabei als im Deutschen durchaus sprachgewandt heraus. Vor allem am Ende des Abends plauderte er frisch drauf los, sodass man glauben hätte können, Jan sei schon seit Jahren – und nicht erst seit elf Wochen in Wien.

Schwieriger Einstand bei Rapid: Staatsanwaltschaft, drei Tore und eine Verletzung
Ein Muskelfasereinriss im Oberschenkel – erlitten nach einem allzu langen Schritt im Meisterschaftsspiel gegen Wr. Neustadt – zwingt den 1,90 großen Stürmer seit 24. Oktober leider zum Pausieren. In drei Wochen im Derby gegen die Wiener Austria möchte er aber wieder dabei sein, verriet Jan VoH, der es in sechs Meisterschaftsspielen bisher auf zwei Tore und einen Assist brachte. Dazu kommt noch ein Europa League-Treffer beim 2:0-Auswärtssieg gegen ZSKA Sofia.
Vennegoors Einstand bei Rapid verlief aber alles andere als nach Wunsch: im ersten Spiel gegen die Austria setzte es die erste Derby-Niederlage im Hanappi Stadion seit Jahren und dann auswärts gegen Ried verlor man 1:3 – mit außergewöhnlichem juristischen Nachspiel für die holländische Neuerwerbung! Bei einem Zusammenstoß zwischen VoH und dem Rieder Stefan Lexa verletzte sich Letzterer schwer, worauf Lexa und Ried-Manager Reiter behaupteten, VoH hätte den Rieder Mittelfeldspieler absichtlich verletzt, ihm die Verletzung während des Spiels geradezu angekündigt. Aufgrund der Zeitungsberichte und der Anschuldigungen leitete die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen den mit einem 2-Jahres-Vertrag ausgestatteten Rapidler ein und der dachte sich geschockt: “Wenn das in Österreich jedes Mal so geht, werden das zwei lange Jahre!”
Adte Nuhiu, Jan Vennegoor of Hesselink Vor Kurzem flatterte aber endlich eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ried ins Haus: Das Verfahren wurde eingestellt – und das, ohne dass Jan VoH zu einer Einvernahme gebeten worden wäre. Anscheinend hatte sich der Staatsanwalt das Video vom Ried-Spiel angeschaut und befunden, dass da von einem strafbaren Tatbestand überhaupt keine Spur war. (Leider konnte die StA bei dieser Gelegenheit Adte Nuhius reguläres, vom Schiri aber nicht gegebenes Tor nicht nachträglich anerkennen – dann hätte der junge Rapid-Stürmer “Nutschi” [Bild] endlich seinen ersten Bundesliga-Treffer auf dem Konto!)

England ist eine andere Welt, aber österreichische Spieler sind “sehr fit”
Auf seine Einschätzung des österreichischen Fußballs – abseits von wildgewordenen Ried-Funktionären! – angesprochen, meinte Vennegoor of Hesselink, der in Holland (Twente, PSV), Schottland (Celtic) und England (Hull City) gespielt hat, in Holland werde technisch besser gespielt und es gebe da vielleicht zwei, drei Mannschaften, die über die österreichischen Klubs zu stellen seien. Aber grundsätzlich könne Österreichs Fußball sowohl mit Schottland als auch mit dem Durchschnitt der niederländischen Vereine durchaus mithalten. Die Physis der Spieler sei hierzulande sogar besser als dort. “Alle Spieler sind sehr fit in Österreich”, meinte VoH. Einen Vergleich des österreichischen mit dem englischen Fußball könne man dagegen (trotz Rapids Erfolgen gegen Aston Villa) nicht anstellen: “England ist eine andere Welt”, begründete das der ehemalige Hull-Spieler. Der SK Rapid sei aber jedenfalls in ganz Europa bekannt. Wenn man vom österreichischen Fußball spreche, dann falle überall zuerst der Name “Rapid”, erzählte Jan Vennegoor.

Old Trafford der beeindruckenste Ground, West Ham ein “echter Kult-Klub”
À propos England: Sein Jahr in England, beim späteren Premier League-Absteiger Hull City habe er trotz der schwierigen Situation beim Klub genossen, verriet Jan, der von Celtic in die PL gekommen war. In den englischen Stadien zu spielen sei ein einmaliges Erlebnis, ein Genuss gewesen! Welcher “ground” ihm am meisten imponiert habe, fragte ich. “Old Trafford”, sowohl vom Stadion als auch von den Fans her, meinte er. Die Frage nach West Ham United konnte der RAPIDHAMMER natürlich nicht auslassen, und da meinte VoH, die Hammers seien “ein echter Kult-Klub” und das Stadion am Upton Park habe ihm auch sehr gut gefallen. Die Hammers haben fantastische “fanatische Fans”, sagte Jan, leider hätten finanzielle Probleme die Mannschaft beeinträchtigt. Der bei den Heimspielen von West Ham United vor Spielbeginn gespielte Kultsong “Bubbles” hat VoH allerdings nicht wahnsinnig beeindruckt: West Ham hat “Bubbles”, aber “Rapid hat Andy Marek!” würdigte Rapids Nummer 10 den grün-weißen Platzsprecher und Fanbetreuer.
Und warum hat es in Hull gar nicht geklappt hat, obwohl der von mir befragte Hull-Experte Marcus Dysch dem Holländer anlässlich seines Wechsels zu Rapid ein “strong cracking finish” attestiert hatte? Das Zusammenspiel in der Mannschaft habe überhaupt nicht hingehauen, meinte Jan, der es in der PL in 31 Spielen auf nur 3 Treffer brachte. Man habe  in der vorigen Saison (2008/09) die Niederlagenserie, die in der zweiten Saisonhälfte der zunächst sensationellen ersten Spielzeit der  “Tigers” in der Premier League begonnen hatte, nahtlos fortgesetzt und man sei da einfach nicht mehr herausgekommen. Auch sei das Umfeld im Klub recht unruhig gewesen, bedauerte der Niederländer, der bei der WM 2006 und bei der EM 2008 für sein Land gespielt hat. Mit dem Abstieg von Hull war er dann ohne Vertrag und ablösefrei zu haben.
 
Wieder ein Johann bei Rapid
Jan, das ist die niederländische Form von Johann – und offensichtlich hat Jan Vannegoor of Hesselink eine Affinität zur Stadt des Johann Strauss (und des Johann Krankl !). Rapid und Wien hätten ihm, nachdem er sich im Sommer als “free agent” umgeschaut hatte, das beste “feeling” gegeben, hat der Stürmer schon früher in einem Interview gesagt. Und das bestätigte Jan, der am 7. November seinen 32. Geburtstag gefeirt hat, auch nach 11 Wochen in der österreichischen Hauptstadt. Die ersten sechs Wochen im Renaissance Hotel in Meidling seien zwar schwierig gewesen, aber seit die Familie mit den Kindern da ist, geht es ihm wirklich gut und Wien sei eine phantastische Stadt für ihn und die family, schwärmt er.
Nur das Training mache derzeit gar keinen Spaß: Kraftkammer statt Balltraining, das sei das Schlimmste, was einem Fußballer passieren könne. In drei Wochen soll die Vennegoor-lose Zeit bei Rapid aber überstanden sein – im Auswärtsspiel gegen die Austria Wien will der Holländer wieder dabei sein!

November 9, 2010 at 10:38 am Leave a comment

Come on you boys in green!

On Thursday evening Rapid Vienna will play its second Europa League home game (against CSKA Sofia) – again in front of a full Ernst Happel Stadium packed with 50,000 fans.


Rapid Vienna’s own ground, the Gerhard Hanappi Stadium, is too small for big international games and therefore the club has had to move to the “Ernst Happel” for their Europa League games. The ground former called “Praterstadion” (left) was built in 1930 and had a capacity of more than 90,000 spectators after having been developed in the fifties. At this time Rapid beat Real Madrid 3-1 in the first game in the new stadium and later the Austrian national team beat Spain 3-0 and the Soviet Union 3-1 in front of a record crowd of 90,726.

My favourite games
Later the capacity was reduced to 70,000 due to installing seats instead of terraces, but the upper stands remained without seats until 1986 when the stadium got a roof and was made an all-seater. Still one of my favourite games there is a World Cup qualifier against the German Democratic Republic in 1976 when 70,000 seemed to be able to cheer Austria to victory, but the goal that was meant to be the 2-1 for Austria was disallowed by a crazy referee from Wales, Mr. Reynolds. Austria’s goalgetter Hans Krankl who lost his head was red-carded and Austria had to be happy with a 1-1. Nevertheless Austria was able to qualify after another draw away against GDR and an away win against Turkey, and at the finals in Argentina they famously beat Germany 3-2. Hans Krankl scored two goals, Austria went crazy and the famous goalgetter was transferred from Rapid Vienna to Barcelona after the World Cup where he was named “goleador” and helped Barcelona win their first European Cup trophy.

When the “Praterstadion” was reopened after having got a roof in 1986, 55,000 were able to celebrate another victory against Austria’s old foes Germany: this time Austria won 4-1. In 1993 the ground was renamed after the famous Austrian and Rapid player and manager Ernst Happel who had died the year before. In 2008 the EURO final took place in the Ernst Happel Stadium in Vienna which now holds approximately 50,000 fans. Austria’s 1-1 in the group stage against Poland is one of my other favourite games having been played there, but above all stands a lot of famous Rapid victories, the latest of them a 3-0 against Hamburger SV in the Europa League last year.

Tremendous atmosphere
Though the “Ernst Happel” has a running track and hence isn’t really loved by the Rapid supporters who prefer to watch their team in their own ground, the Gerhard Hanappi Stadium in Vienna’s fourteenth district Hütteldorf, the atmosphere at Rapid’s international games always is tremendous (right: “choreo” before kick-off; Rapid v Besiktas). The “Happel Stadium” was virtually sold out within less than a week from the start of selling Europa League three-games-tickets, and it took me and a friend almost five hours of queuing up to get hold of the much-demanded tickets for Rapid’s home games against Besiktas Istanbul, Sofia and Porto.

I’m sure the atmosphere on Thursday evening will be great again despite of the running track around the pitch and despite of Rapid’s weak league performances in the last weeks. Rapid’s skipper Steffen Hofmann as well as Dutch forward Jan Vennegoor of Hesselink, a former Celtic and Hull City player, will miss the game because of injuries. Two weeks ago Rapid beat CSKA 2-0 in Sofia when both Hofmann and VoH scored, but now the Bulgarian side arrives with a new coach and two back-to-back victories.

Come on you boys in green!
I’m looking forward to an interesting evening, being part of one of the greatest support throughout Europe. After having eliminated Aston Villa Rapid has lost its first two Europa League games, but now after the 2-0 away against CSKA they are back to winning ways. If the Green-Whites keep their nerves they will be able to beat CSKA Sofia again and keep their chance of making the next round of the Europa League! “Come on you boys in green!”

Read more: http://rapidhammer.footballunited.com/#ixzz14G9UMjXN
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November 3, 2010 at 11:08 pm 1 comment

Rapid v Besiktas: Die Choreographie

Matchbericht auf -> RAPIDHAMMER.footballunited.com !

Und hier noch ein tolles Bild, ein durchaus ästhetischer Eindruck vom Praterstadion (auch ohne “Choreo”). – Quelle: Brucki’s Blog, dessen schöne Bilder von diversen “grounds” ich mir immer gerne ansehe:

October 3, 2010 at 11:37 pm Leave a comment

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