Archive for November, 2010

55 years ago: West Ham United 1-1 Rapid Wien

Durch den Fußball-Blog RAPIDHAMMER sind sie seit dreieinhalb Jahren im Internet vereint: der ursprünglich als 1. Wiener Arbeiter Fußball-Club gegründete “Sportklub Rapid” aus Wien-Hütteldorf und die bei ihrer Gründung als Thames Ironworks firmierenden “Hammers” aus dem Londoner Eastend. Im wirklichen Fußball-Leben sind die beiden Kultklubs aber erst- und letztmals vor genau 55 Jahren auf dem selben Rasen gestanden.

Ein einziges Mal trafen die beiden “Arbeiterklubs” bisher aufeinander: vor 55 Jahren im Londoner Upton Park-Stadion von West Ham United. Am 15. November 1955 endete ein Freundschaftsspiel zwischen West Ham United und Rapid  mit einem auch für heutige Verhältnisse typischen Ergebnis: unentschieden.

Beim 1:1 , über das in dem heute vopr genau 55 Jahren erschienenen Zeitungsartikel aus der “Arbeiter-Zeitung” vom 17. November 1955 berichtet wird, erzielte Robert Dienst in der 10. Minute den Führungstreffer für Rapid. (Wie heute: West Ham liegt im eigenen Stadion meist schon bald nach dem Anpfiff hinten!)

Der Ausgleich fiel noch in der ersten Hälfte, durch wen , ist mir leider nicht bekannt. Die offenbar recht hart geführte Partie (“Mehr Kampf als Spiel” schrieb die AZ!) endete schließlich 1:1, wobei Rapid vor 20.000 Zuschauern mit folgender Mannschaft spielte:

Gartner; Halla, Golobic, Hanappi, Höltl, Dienst, Probst, Bertalan, Bilek, Riegler, R. Körner

Am Wochenende vor dem Freundschaftsspiel hatte Rapid übrigens gegen die Admira auswärts 5:3 gewonnen (Tore: Bertalan, Dienst 2, Riegler 2) und 14 Tage später demolierte man auf der heimischen “Pfarrwiese” Sturm Graz mit 7:1 (Tore: Bertalan, Dienst 4, A. Körner, Riegler). Aber während Rapid in diesen beiden Spielen nur 7000 bzw 3500 Zuschauer sehen wollten, spielte man in London vor 20.000! Die vom großen Gerhard Hanappi geführte Rapid wurde in der Saison 1955/56 mit 43 Punkten (26 Spiele) österreichischer Meister vor Wacker Wien und Vienna, die höchste Zuschauerzahl erreichte man mit 45.000 im Wiener Stadion gegen Wacker (3:3).

West Ham dagegen war 1955 ein Zweitdivisionär und sollte das noch bis zum Aufstieg 1958 bleiben. Vor und nach dem “friendly” gegen Rapid spielte man gegen den späteren Absteiger Hull City und verlor auswärts 1:3 (Tor: Ken Tucker). Am Wochenende danach gegen Nottingham Forest setzte es eine 1:2-Heimniederlage (Tor: Harry Hooper). 1955/56 wurde man in der Second Division schließlich Sechzehnter von 22 Klubs mit 39 Punkten aus 42 Spielen.

Credits: Den Zeitungsartikel aus der “AZ” verdanke ich Herrn Pichler vom Rapid-Archiv . (Zum Vergrößern des Zeitungsartikels auf das Bild klicken). Die Daten von West Ham United können durch Klicken auf die obigen Jahreszahlen abgerufen werden!

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November 17, 2010 at 12:00 am Leave a comment

“Rapid kennt man überall in Europa”

Jan Vennegoor of Hesselink: “West Ham hat ‘Bubbles’, aber Rapid hat Andy Marek!”

“He appears to have a heart made out of the sun”, kommentierte Freund Sam von Football United dieses Foto von Jan Vennegoor of Hesselink und dem RAPIDHAMMER.

Nun es handelt sich zwar nur um das reflektierende Symbol des Sportartikelherstellers, dessen Dressen der SK Rapid trägt. Aber der frühere holländische Teamstürmer (19 Einberufungen), der seit September für den SK Rapid Wien spielt, hat wirklich ein sonniges, freundliches Gemüt und ist für mich ein echter Sympathieträger.
Der “Klub der Freunde des S.C. Rapid” lud Adte Nuhiu, Raimund Hedl, Thomas Hinum und eben Jan VoH zur Mitgliederversammlung und der Holländer stellte sich dabei als im Deutschen durchaus sprachgewandt heraus. Vor allem am Ende des Abends plauderte er frisch drauf los, sodass man glauben hätte können, Jan sei schon seit Jahren – und nicht erst seit elf Wochen in Wien.

Schwieriger Einstand bei Rapid: Staatsanwaltschaft, drei Tore und eine Verletzung
Ein Muskelfasereinriss im Oberschenkel – erlitten nach einem allzu langen Schritt im Meisterschaftsspiel gegen Wr. Neustadt – zwingt den 1,90 großen Stürmer seit 24. Oktober leider zum Pausieren. In drei Wochen im Derby gegen die Wiener Austria möchte er aber wieder dabei sein, verriet Jan VoH, der es in sechs Meisterschaftsspielen bisher auf zwei Tore und einen Assist brachte. Dazu kommt noch ein Europa League-Treffer beim 2:0-Auswärtssieg gegen ZSKA Sofia.
Vennegoors Einstand bei Rapid verlief aber alles andere als nach Wunsch: im ersten Spiel gegen die Austria setzte es die erste Derby-Niederlage im Hanappi Stadion seit Jahren und dann auswärts gegen Ried verlor man 1:3 – mit außergewöhnlichem juristischen Nachspiel für die holländische Neuerwerbung! Bei einem Zusammenstoß zwischen VoH und dem Rieder Stefan Lexa verletzte sich Letzterer schwer, worauf Lexa und Ried-Manager Reiter behaupteten, VoH hätte den Rieder Mittelfeldspieler absichtlich verletzt, ihm die Verletzung während des Spiels geradezu angekündigt. Aufgrund der Zeitungsberichte und der Anschuldigungen leitete die Staatsanwaltschaft Vorerhebungen gegen den mit einem 2-Jahres-Vertrag ausgestatteten Rapidler ein und der dachte sich geschockt: “Wenn das in Österreich jedes Mal so geht, werden das zwei lange Jahre!”
Adte Nuhiu, Jan Vennegoor of Hesselink Vor Kurzem flatterte aber endlich eine Mitteilung der Staatsanwaltschaft Ried ins Haus: Das Verfahren wurde eingestellt – und das, ohne dass Jan VoH zu einer Einvernahme gebeten worden wäre. Anscheinend hatte sich der Staatsanwalt das Video vom Ried-Spiel angeschaut und befunden, dass da von einem strafbaren Tatbestand überhaupt keine Spur war. (Leider konnte die StA bei dieser Gelegenheit Adte Nuhius reguläres, vom Schiri aber nicht gegebenes Tor nicht nachträglich anerkennen – dann hätte der junge Rapid-Stürmer “Nutschi” [Bild] endlich seinen ersten Bundesliga-Treffer auf dem Konto!)

England ist eine andere Welt, aber österreichische Spieler sind “sehr fit”
Auf seine Einschätzung des österreichischen Fußballs – abseits von wildgewordenen Ried-Funktionären! – angesprochen, meinte Vennegoor of Hesselink, der in Holland (Twente, PSV), Schottland (Celtic) und England (Hull City) gespielt hat, in Holland werde technisch besser gespielt und es gebe da vielleicht zwei, drei Mannschaften, die über die österreichischen Klubs zu stellen seien. Aber grundsätzlich könne Österreichs Fußball sowohl mit Schottland als auch mit dem Durchschnitt der niederländischen Vereine durchaus mithalten. Die Physis der Spieler sei hierzulande sogar besser als dort. “Alle Spieler sind sehr fit in Österreich”, meinte VoH. Einen Vergleich des österreichischen mit dem englischen Fußball könne man dagegen (trotz Rapids Erfolgen gegen Aston Villa) nicht anstellen: “England ist eine andere Welt”, begründete das der ehemalige Hull-Spieler. Der SK Rapid sei aber jedenfalls in ganz Europa bekannt. Wenn man vom österreichischen Fußball spreche, dann falle überall zuerst der Name “Rapid”, erzählte Jan Vennegoor.

Old Trafford der beeindruckenste Ground, West Ham ein “echter Kult-Klub”
À propos England: Sein Jahr in England, beim späteren Premier League-Absteiger Hull City habe er trotz der schwierigen Situation beim Klub genossen, verriet Jan, der von Celtic in die PL gekommen war. In den englischen Stadien zu spielen sei ein einmaliges Erlebnis, ein Genuss gewesen! Welcher “ground” ihm am meisten imponiert habe, fragte ich. “Old Trafford”, sowohl vom Stadion als auch von den Fans her, meinte er. Die Frage nach West Ham United konnte der RAPIDHAMMER natürlich nicht auslassen, und da meinte VoH, die Hammers seien “ein echter Kult-Klub” und das Stadion am Upton Park habe ihm auch sehr gut gefallen. Die Hammers haben fantastische “fanatische Fans”, sagte Jan, leider hätten finanzielle Probleme die Mannschaft beeinträchtigt. Der bei den Heimspielen von West Ham United vor Spielbeginn gespielte Kultsong “Bubbles” hat VoH allerdings nicht wahnsinnig beeindruckt: West Ham hat “Bubbles”, aber “Rapid hat Andy Marek!” würdigte Rapids Nummer 10 den grün-weißen Platzsprecher und Fanbetreuer.
Und warum hat es in Hull gar nicht geklappt hat, obwohl der von mir befragte Hull-Experte Marcus Dysch dem Holländer anlässlich seines Wechsels zu Rapid ein “strong cracking finish” attestiert hatte? Das Zusammenspiel in der Mannschaft habe überhaupt nicht hingehauen, meinte Jan, der es in der PL in 31 Spielen auf nur 3 Treffer brachte. Man habe  in der vorigen Saison (2008/09) die Niederlagenserie, die in der zweiten Saisonhälfte der zunächst sensationellen ersten Spielzeit der  “Tigers” in der Premier League begonnen hatte, nahtlos fortgesetzt und man sei da einfach nicht mehr herausgekommen. Auch sei das Umfeld im Klub recht unruhig gewesen, bedauerte der Niederländer, der bei der WM 2006 und bei der EM 2008 für sein Land gespielt hat. Mit dem Abstieg von Hull war er dann ohne Vertrag und ablösefrei zu haben.
 
Wieder ein Johann bei Rapid
Jan, das ist die niederländische Form von Johann – und offensichtlich hat Jan Vannegoor of Hesselink eine Affinität zur Stadt des Johann Strauss (und des Johann Krankl !). Rapid und Wien hätten ihm, nachdem er sich im Sommer als “free agent” umgeschaut hatte, das beste “feeling” gegeben, hat der Stürmer schon früher in einem Interview gesagt. Und das bestätigte Jan, der am 7. November seinen 32. Geburtstag gefeirt hat, auch nach 11 Wochen in der österreichischen Hauptstadt. Die ersten sechs Wochen im Renaissance Hotel in Meidling seien zwar schwierig gewesen, aber seit die Familie mit den Kindern da ist, geht es ihm wirklich gut und Wien sei eine phantastische Stadt für ihn und die family, schwärmt er.
Nur das Training mache derzeit gar keinen Spaß: Kraftkammer statt Balltraining, das sei das Schlimmste, was einem Fußballer passieren könne. In drei Wochen soll die Vennegoor-lose Zeit bei Rapid aber überstanden sein – im Auswärtsspiel gegen die Austria Wien will der Holländer wieder dabei sein!

November 9, 2010 at 10:38 am Leave a comment

Come on you boys in green!

On Thursday evening Rapid Vienna will play its second Europa League home game (against CSKA Sofia) – again in front of a full Ernst Happel Stadium packed with 50,000 fans.


Rapid Vienna’s own ground, the Gerhard Hanappi Stadium, is too small for big international games and therefore the club has had to move to the “Ernst Happel” for their Europa League games. The ground former called “Praterstadion” (left) was built in 1930 and had a capacity of more than 90,000 spectators after having been developed in the fifties. At this time Rapid beat Real Madrid 3-1 in the first game in the new stadium and later the Austrian national team beat Spain 3-0 and the Soviet Union 3-1 in front of a record crowd of 90,726.

My favourite games
Later the capacity was reduced to 70,000 due to installing seats instead of terraces, but the upper stands remained without seats until 1986 when the stadium got a roof and was made an all-seater. Still one of my favourite games there is a World Cup qualifier against the German Democratic Republic in 1976 when 70,000 seemed to be able to cheer Austria to victory, but the goal that was meant to be the 2-1 for Austria was disallowed by a crazy referee from Wales, Mr. Reynolds. Austria’s goalgetter Hans Krankl who lost his head was red-carded and Austria had to be happy with a 1-1. Nevertheless Austria was able to qualify after another draw away against GDR and an away win against Turkey, and at the finals in Argentina they famously beat Germany 3-2. Hans Krankl scored two goals, Austria went crazy and the famous goalgetter was transferred from Rapid Vienna to Barcelona after the World Cup where he was named “goleador” and helped Barcelona win their first European Cup trophy.

When the “Praterstadion” was reopened after having got a roof in 1986, 55,000 were able to celebrate another victory against Austria’s old foes Germany: this time Austria won 4-1. In 1993 the ground was renamed after the famous Austrian and Rapid player and manager Ernst Happel who had died the year before. In 2008 the EURO final took place in the Ernst Happel Stadium in Vienna which now holds approximately 50,000 fans. Austria’s 1-1 in the group stage against Poland is one of my other favourite games having been played there, but above all stands a lot of famous Rapid victories, the latest of them a 3-0 against Hamburger SV in the Europa League last year.

Tremendous atmosphere
Though the “Ernst Happel” has a running track and hence isn’t really loved by the Rapid supporters who prefer to watch their team in their own ground, the Gerhard Hanappi Stadium in Vienna’s fourteenth district Hütteldorf, the atmosphere at Rapid’s international games always is tremendous (right: “choreo” before kick-off; Rapid v Besiktas). The “Happel Stadium” was virtually sold out within less than a week from the start of selling Europa League three-games-tickets, and it took me and a friend almost five hours of queuing up to get hold of the much-demanded tickets for Rapid’s home games against Besiktas Istanbul, Sofia and Porto.

I’m sure the atmosphere on Thursday evening will be great again despite of the running track around the pitch and despite of Rapid’s weak league performances in the last weeks. Rapid’s skipper Steffen Hofmann as well as Dutch forward Jan Vennegoor of Hesselink, a former Celtic and Hull City player, will miss the game because of injuries. Two weeks ago Rapid beat CSKA 2-0 in Sofia when both Hofmann and VoH scored, but now the Bulgarian side arrives with a new coach and two back-to-back victories.

Come on you boys in green!
I’m looking forward to an interesting evening, being part of one of the greatest support throughout Europe. After having eliminated Aston Villa Rapid has lost its first two Europa League games, but now after the 2-0 away against CSKA they are back to winning ways. If the Green-Whites keep their nerves they will be able to beat CSKA Sofia again and keep their chance of making the next round of the Europa League! “Come on you boys in green!”

Read more: http://rapidhammer.footballunited.com/#ixzz14G9UMjXN
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November 3, 2010 at 11:08 pm 1 comment


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